Ein wesentliches Merkmal des Fünfzylindermotors ist seine unverwechselbare Akustik. Sie entsteht in erster Linie durch die ungewöhnliche Reihenfolge in der die fünf Zylinder im Motor gezündet werden: 1-2-4-5-3. Es zünden also direkt benachbarte und weiter auseinanderliegende Zylinder. Durch diese ungerade Zündfolge entstehen Unregelmäßigkeiten in den Druckimpulsen, die sich als leichtes Pulsieren bemerkbar machen und eine ungleichmäßige Abfolge von Druckstößen im Abgassystem erzeugen. Was wiederrum dem Fünfzylindermotor seinen typischen Klang verleiht.
Die Zündreihenfolge ist dabei nicht zufällig gewählt. Sie ergibt sich beim Reihen‑Fünfzylindermotor ergibt sich aus dem grundlegenden Ziel, die einzelnen Verbrennungsvorgänge möglichst gleichmäßig über den gesamten Arbeitszyklus zu verteilen.
In einem Viertaktmotor benötigt ein vollständiger Zyklus 720 Grad Kurbelwellenumdrehung. Da ein Fünfzylinder über fünf Zylinder verfügt, wird dieser Zyklus in fünf gleich große Abschnitte unterteilt. Daraus ergibt sich ein Zündabstand von 144 Grad, was bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen jeweils ein Zylinder zündet und so kontinuierlich Leistung erzeugt.
Die Grundlage hierfür bildet die besondere Konstruktion der Kurbelwelle. Ihre Hubzapfen sind so angeordnet, dass die Kolben zeitlich versetzt arbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Während ein Kolben gerade den Arbeitstakt ausführt, befinden sich die anderen Zylinder in den übrigen Phasen des Viertaktprozesses, etwa beim Ansaugen oder Ausstoßen. Dadurch entsteht ein gleichmäßiger Wechsel zwischen den einzelnen Arbeitstakten, der den Motor ruhiger laufen lässt als bei einem einfacheren Vierzylinder.
Die spezifische Reihenfolge, in der die Zylinder zünden, wird so gewählt, dass mechanische Belastungen möglichst gut verteilt werden. Statt benachbarte Zylinder unmittelbar nacheinander arbeiten zu lassen, werden die Zündungen über den Motor verteilt angeordnet. Typische Zündreihenfolgen sind beispielsweise 1–2–4–5–3 oder 1–3–5–4–2. Diese Anordnung sorgt dafür, dass sich Kräfte besser ausgleichen und weniger unerwünschte Schwingungen entstehen.
Insgesamt führt dieses Zusammenspiel aus gleichmäßigem Zündabstand und gezielt gewählter Reihenfolge zu einem kontinuierlichen Kraftfluss innerhalb des Motors.